Dominic Oppliger, Anna-Lena Lehr

Jul 26 –
Aug 17 2014

Objective: Developing a dance and music performance.

Blogpost Archive:

Hier sind die Hortensien blau

Jul 30 2014

Es gibt hier ein Haus am Hang, neben dem grossen Felsen.

Bist du der Sasso?

 

Es gibt hier einen Text von Bruno Latour, der heisst „Das Parlament der Dinge“.

‘Wie bewegt sich ein konturloses, haariges Ding?’

 

Es gibt hier Raymond Carvers Short Stories.

‘Wie schmecken warme Zimtschnecken?’

 

Es gibt hier einen Film aus 2012, von Lucien Castaing-Taylor & Véréna Paravel, der heisst „Leviathan“.

‘Kommt ihr mitten in der Nacht, weil wir dann schlafen?’

 

Es gibt hier einen Spaziergang im Gewitterwald.

‘Warum schäumen die Bäume?’

 

Es gibt hier einen Nachbarn, der freundlich winkt, wenn man ihn grüsst.

‘Vielleicht spricht er nicht?’

 

Nun sind wir hier in Vairano. Wir bringen vieles mit, – unsere Materialien, Ideen, Erfahrungen, Vorstellungen, Möglichkeiten, Instrumente und unsere Körper. Vieles ist schon hier. Wir finden uns zurecht, finden neues Material, neue Inspirationen, finden Ideen wieder und kennen vieles schon. Wir vergessen Mitgebrachtes und finden vielleicht etwas Anderes ganz unerwartet spannender.

 

Wir sind Anna Lehr, die Tanz und Choreographie studiert an der UdK in Berlin und Dominic Oppliger, der in diversen Projekten musiziert. Wir sind hier, um eine Tanz- / Musikperformance zu entwickeln.

Nun. Wir kochen. Wir essen. Wir schlafen. Wir jäten. Wir improvisieren. Wir komponieren und wir kompostieren.

‘Was gibt es hier noch zu sagen?’

Es gibt noch viel zu tun.

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Work In Regress

Aug 7 2014

Wir befinden uns weiterhin in der Recherche für unser Stück. In verschiedenen Gestalten und Stimmen spricht es zu uns.

“Remember, I am thy creature.. Make me happy, and I shall again be virtuous.”

Neben all dem Lesen von Worten, Umgebungen, Zeichen und Himmelszeichnungen, und neben all dem Geschriebenen und den Gesprächen darüber, haben wir uns einen Raum gedacht.

Wir haben ihn beschrieben, wir haben ihn gezeichnet und mit dem was wir haben, ein Modell von ihm gebaut.

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Heute haben wir umgeräumt, Platz geschafft, damit wieder neue Räume hergestellt werden können. Platz auf dem Teppich. Die Erinnerung bleibt.

Die Widerstände sind zahlreich.

Aber auch wir sind viele.

 

Dieses Ding, das wir unser Projekt nennen

Aug 11 2014

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Die Hütte war weg, der Teppich wieder frei und da marschierte dieses Ding, das wir unser Projekt nennen, plötzlich voran, etwa so: https://www.youtube.com/watch?v=s10U_efDHME

 

und wie es so oft ist, macht im Rückblick vieles Sinn und plötzlich hat dieser ganze Prozess platz in diesem Ding, das wir unser Projekt nennen.

 

und eigentlich war genau das unser Plan. ha!

 

heute haben wir uns festgelegt und angefangen Scores zu schreiben. Material das uns gefällt, besuchen wir wieder und wieder.

 

Dieses Ding, das wir unser Projekt nennen, hat sich gehäutet und findet langsam seine Form..

 

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.. so..

 

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.. oder so…

 

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.. oder so.

Das letzte Mal

Aug 20 2014

Wir sahen Karawanen auf den Bergen.

 

Wir haben grosse Sachen rumgetragen, um etwas zu bauen.

 

Wir haben die Umrisse der Gesammelten gezeichnet und in einer Papiertüte nach Hause getragen.

 

Wir haben Klänge erzeugt, die Partikel im Raum aufgewirbelt und Dinge aufgehängt.

 

Wir haben uns eingelullt, verpuppt, versteckt, sind verschwunden, haben uns verteilt, sind eingetaucht, wurden wieder gefunden, sind verdunstet, geschmolzen und weggeblasen worden.

 

Wir haben verschiedene Perspektiven eingenommen.

 

Wir sind im Stau gestanden.

 

Wir versuchen das Unmögliche.

 

Wir geben allen eine Stimme.

 

Wir versuchen sie zu lieben.

 

Wir machen etwas zusammen.

 

Wir haben soweit definierte Grenzen, lassen Neues dazukommen und es ausser Kontrolle geraten.

 

Wir laden dich ein etwas mitzubringen und es dann dort zu lassen.

 

Wir fragen uns immer wieder, wie wohl ein Ort entsteht.

 

Wir stellen uns vor, die Welt sei ein Zelt, zusammengenäht aus verschiedenen Stoffen.

 

Wir hören den Geräuschen des stillen Wassers zu.

 

Wir haben den Gorilla über Ascona gesehen.

 

Wir strecken unsere Hand aus und warten darauf, dass sich etwas hineinlegt.

 

Wir bringen alles mit.

 

Wir finden alles vor.

 

Wir springen dem Ding nach.

 

Wir besuchen das Material weiterhin.

 

Wir haben unsere Taschen gefüllt und unsere Ohren hören es noch immer.

 

Wir freuen uns.

 

Wir sind spät dran.

 

Wir danken von Herzen.

 

 

Wir verabschieden uns.

 

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Dominic Oppliger Sasso Residency